Ein schlechter Scherz mit gutem Ansatz?

Gerade wer einen Scherz macht oder mit einer unkonventionellen und witzig gemeinten Idee an die Öffentlichkeit tritt, der kann polarisieren. Denn in einer Zeit, in welcher Scherze, oder Scherze machen bereits sehr ausgelutscht ist, finden die Adressaten den Weg unterhalb die Gürtellinie immer leichter. Wer diese witzigen Ideen honoriert, der gilt als Hip, wer nicht als fade. Es ist somit immer eine Standpunktfrage.

Das musste nun auch ein Bayer erfahren, der pünktlich zum Oktoberfest mit einer neuen Idee aufwartete. Sein Scherzartikel traf aber bei den Wirten der Wiesn nicht unbedingt den Humor. Die Idee des Geschäftsmannes im Kampf gegen die Drogen auch auf der Wiesn war eine eigene „Droge“ zu entwickeln. Gestreng nach dem Motto „Drogen nein Danke“ soll das neue Wiesn-Koks erhältlich sein.

Oder ein guter Scherz mit schlechtem Ansatz?

Das Gemisch ist absolut ungefährlich und macht in keiner Weise abhängig. Die Grundsubstanzen sind alltägliche Substanzen. Es besteht aus Traubenzucker und Menthol. Gemäß der Geschäftsidee soll es in kleinen Packungen erhältlich sein und mit einem Strohhalm durch die Nase zu konsumieren sein. An und für sich eine witzige Idee, genauso im Ansatz wie in der Umsetzung.

Prost!

Doch der Erfinder hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht – oder besser gesagt, ohne die Wirte. Denn diese stellen sich quer und kritisieren die lustige Idee als gar nicht so lustig. Man wolle weder Drogen auf der Wiesn, noch etwas, was genauso aussähe wie Drogen, ließ der Verband verlauten. Ein nicht ganz unberechtigtes Argument.

Auf der anderen Seite macht vielleicht solch eine gutgemeinte und ideenreiche Erfindung erst möglich, das Thema Drogen in der Öffentlichkeit auch mit dieser zu diskutieren. Schließlich ist gerade Koks eine von der höheren Gesellschaft nicht ganz abgelehnte Droge. Und mit Wiesn-Koks kann man sich wenigstens erwischen lassen, ohne dass es Konsequenzen gibt.

Also dann Prost aufs Oktoberfest. Ob mit oder ohne Wiesn-Koks: es wird bestimmt wieder eine Mords-Gaudi!

Foto: Von Herzen von murmel.clausen, CC-BY